Bürgertest
Einbürgerung Basel-Stadt: Voraussetzungen, Test und Ablauf
Für die Einbürgerung im Kanton Basel-Stadt brauchen Sie die Niederlassungsbewilligung C, zehn Jahre Wohnsitz in der Schweiz und die letzten zwei Jahre in Ihrer Gemeinde: Basel, Riehen oder Bettingen. Deutsch müssen Sie auf B1 mündlich und A2 schriftlich nachweisen. Einen schriftlichen Wissenstest nennt der Kanton nicht. Ihre Grundkenntnisse prüft die Bürgergemeinde im Einbürgerungsgespräch, in der Stadt Basel ein Gespräch mit Testcharakter. Das Gesuch reichen Sie beim kantonalen Migrationsamt ein, seit 2026 auch online. Seit dem 1. Juli 2026 verlangt der Kanton keine eigenen Gebühren mehr.
Dieser Beitrag folgt den Seiten des Kantons (aktualisiert am 5. November 2026), dem Bürgerrechtsgesetz und der Verordnung, beide im Stand vom 1. Juli 2026, und den Seiten der Bürgergemeinde der Stadt Basel. Geöffnet haben wir alles am 7. November 2026. Regeln ändern sich, und jede Bürgergemeinde regelt ihr Verfahren selbst. Verbindlich sind immer die Auskünfte Ihrer Bürgergemeinde und des Kantons.
Einbürgerung Basel-Stadt: die Voraussetzungen
Die Grundlage kommt vom Bund: C-Bewilligung und zehn Jahre Aufenthalt, davon drei in den fünf Jahren vor dem Gesuch. Die Jahre zwischen dem 8. und dem 18. Geburtstag zählen doppelt, sofern Sie mindestens sechs Jahre tatsächlich hier gelebt haben. Jahre mit F-Bewilligung zählen zur Hälfte, solche mit L, N, G oder S gar nicht. Basel-Stadt setzt darauf diese Punkte:
| Punkt | Regel in Basel-Stadt |
|---|---|
| Wohnsitz | 2 Jahre ununterbrochen in derselben Gemeinde, direkt vor dem Gesuch |
| Deutsch | B1 mündlich, A2 schriftlich |
| Steuern | 5 Jahre keine Ausstände. Auch eine laufende Ratenzahlung gilt als Ausstand |
| Betreibungen, Strafregister | Keine unbezahlten Betreibungen oder Verlustscheine, keine Einträge, keine laufenden Verfahren |
| Sozialhilfe | 3 Jahre keine, ausser vollständig zurückerstattet. Ergänzungsleistungen und Prämienverbilligung zählen nicht |
| Integration | Arbeit oder Ausbildung, Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben, Kontakte zu Schweizerinnen und Schweizern |
Offene Steuerrechnungen zuerst bezahlen. Laut Kanton müssen sie vor der Anmeldung komplett beglichen sein. Und die Voraussetzungen gelten nicht nur am Tag des Gesuchs: Der Kanton prüft sie im laufenden Verfahren in regelmässigen Abständen.
Ein eigenes Gesuch ist ab 12 Jahren möglich, eingereicht durch die gesetzliche Vertretung. Wer über 16 ist, erklärt zusätzlich schriftlich, dass er oder sie das Bürgerrecht will.
Deutsch: welcher Nachweis zählt
Keinen Nachweis brauchen Sie, wenn Deutsch Ihre Muttersprache ist, wenn Sie mindestens fünf Jahre die obligatorische Schule auf Deutsch im deutschsprachigen Raum besucht haben, oder wenn Sie dort eine Ausbildung auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe auf Deutsch abgeschlossen haben. Sonst legen Sie dem Gesuch ein Zertifikat bei. Die Verordnung nennt telc, Goethe-Institut, ÖSD und fide. Eine Kursbestätigung reicht nicht, ebenso wenig ein CAS, DAS oder MAS. Die Kosten tragen Sie selbst.
Den fide-Test können Sie direkt bei der Bürgergemeinde der Stadt Basel ablegen, mündlich, schriftlich oder beides. Wer den Nachweis wegen einer ausgeprägten Lern-, Lese- oder Schreibschwäche, einer Krankheit, einer Behinderung, Erwerbsarmut oder Betreuungsaufgaben nicht oder nur schwer erbringen kann, meldet sich vorher bei der Abteilung Einbürgerung des Migrationsamts. Das Gesetz verlangt, dass solche Verhältnisse berücksichtigt werden.
Gibt es in Basel-Stadt einen Einbürgerungstest?
Nach allem, was Kanton und Bürgergemeinde Basel veröffentlichen, nicht als eigene schriftliche Prüfung. Das Gesetz verlangt Grundkenntnisse über Geografie, Geschichte, Politik und Gesellschaft in Bund, Kanton und Gemeinde. Geprüft werden sie laut Kanton anhand Ihrer Unterlagen und im persönlichen Einbürgerungsgespräch. Dieses Gespräch führt die Bürgergemeinde, deren Bürgerrecht Sie beantragen.
In der Stadt Basel ist das die Einbürgerungskommission der Bürgergemeinde. Sie spricht mit allen ausländischen Bewerberinnen und Bewerbern, und die Bürgergemeinde schreibt selbst, das Gespräch habe Testcharakter. Es wird aufgezeichnet. Eine Zahl von Fragen oder eine Bestehensgrenze nennt sie nicht, und eine Fragenliste veröffentlicht weder sie noch der Kanton. Laut Kursseite findet das Gespräch frühestens acht Monate nach dem Erhebungsgespräch beim Migrationsamt statt.
Befreit vom Wissensteil ist nur, wer die obligatorische Schule vollständig in der Schweiz besucht hat und davon die gesamte Sekundarstufe I im Kanton Basel-Stadt. Wer nur die Primarschule in Basel besucht hat, ist also nicht befreit.
Zur Vorbereitung bietet die Bürgergemeinde Basel freiwillige Kurse an. Der Kompaktkurs Einbürgerung hat drei Lektionen zu Bund, Kanton, Bürgergemeinde und Stadtgeschichte und kostet CHF 120 pro Person. Anmelden können Sie sich erst nach dem Erhebungsgespräch, und am 7. November waren alle Serien für 2026 ausgebucht. Dazu kommt der Kurs Fit für Basel, mit Stadtrundgang. Kinder unter 16 brauchen keinen Kurs. Ein Kurs garantiert keine Einbürgerung, schreibt die Bürgergemeinde dazu. Wie andere Kantone den Test regeln, steht unter Einbürgerungstest Schweiz: Fragen und Antworten.
Einbürgerung Basel-Stadt: Dokumente und Formulare
Sie können das Gesuch online stellen, mit oder ohne eKonto, oder die Formulare per Post schicken. Die erste Seite des Formulars dient auch als Self-Check, ob Sie die Voraussetzungen erfüllen. Angenommen werden nur vollständige Gesuche.
| Dokument | Worauf achten |
|---|---|
| Auszug Zivilstandsregister | Original, höchstens 3 Monate alt |
| Steuerausweis | Ab 19 Jahren, alle Wohngemeinden der letzten 5 Jahre, höchstens 3 Monate alt |
| Pass oder ID | Kopie für alle Personen im Gesuch |
| Sprachnachweis | Wenn Deutsch nicht Ihre Muttersprache ist |
| Je nach Situation | Arbeitgeberbestätigung, Jahresabschlüsse, Verfügungen von IV, EL oder Prämienverbilligung |
| Bei Wohnsitz ausserhalb | Wohnsitzbestätigungen der letzten 10 Jahre; Betreibungsauszüge der letzten 5 Jahre ab 16 Jahren |
Beim Zivilstandsauszug bittet der Kanton, zuerst das Formular «Angaben zu den Gesuchstellenden» an das Zivilstandsamt zu senden, damit es Sie beraten kann. Die Verordnung verlangt ausserdem die Personalien von vier Referenzpersonen. Sie müssen Schweizer Bürgerinnen oder Bürger mit Wohnsitz in der Schweiz sein, ausser Ihre vorgesetzte Person. Ein Paar zählt als eine Referenz. Auf der Dokumentenliste des Kantons steht das nicht, fragen Sie also beim Migrationsamt nach, wie es heute gehandhabt wird.
Der Ablauf, und wer entscheidet
| Schritt | Wer |
|---|---|
| 1. Beratung, Gesuch entgegennehmen | Migrationsamt |
| 2. Erhebungsgespräch, Erhebungsbericht | Migrationsamt |
| 3. Einbürgerungsgespräch, Gemeindebürgerrecht | Bürgergemeinde Basel, Riehen oder Bettingen |
| 4. Einbürgerungsbewilligung des Bundes | SEM |
| 5. Kantonsbürgerrecht und damit Schweizer Bürgerrecht | Regierungsrat |
Das Migrationsamt führt Gespräche mit Ihnen und mit den Familienangehörigen im Gesuch. Laut Bürgergemeinde ist dieses Erhebungsgespräch ein Telefongespräch. In der Stadt Basel lädt die Bürgergemeinde Sie nach der Anmeldung ausserdem zu einem kostenlosen Infoabend ins Stadthaus ein.
Wer entscheidet. Das Gemeindebürgerrecht erteilt die Bürgergemeinde. In der Stadt Basel stellt die Einbürgerungskommission dem Bürgerrat Antrag auf Aufnahme, Ablehnung oder Rückstellung. Zurückstellen kann sie ein Gesuch bis zu drei Jahre und Sie danach zu einem zweiten Gespräch einladen. In Riehen ist der Bürgerrat die Einbürgerungsbehörde. Für Bettingen fragen Sie bei der Bürgergemeinde nach. Danach gibt der Bund seine Bewilligung, und am Schluss erteilt der Regierungsrat das Kantonsbürgerrecht. Mit diesem Beschluss sind Sie eingebürgert, und er wird im Kantonsblatt veröffentlicht.
Vor einer Ablehnung dürfen Sie sich äussern. Gegen den Entscheid einer Bürgergemeinde können Sie Rekurs beim Regierungsrat erheben, gegen dessen Entscheid beim Verwaltungsgericht. Ziehen Sie nicht um: Wechseln Sie die Gemeinde, bevor das Gemeindebürgerrecht zugesichert ist, wird das Verfahren gegenstandslos. Änderungen, die für den Entscheid wichtig sein können, melden Sie sofort.
Wie lange. Der Kanton nennt in der Regel eineinhalb bis zwei Jahre, das Merkblatt der Bürgergemeinde Basel 16 bis 18 Monate.
Gebühren seit dem 1. Juli 2026
Der Kanton verlangt für die Einbürgerung nichts mehr. Es bleiben die Gebühren von Bund und Bürgergemeinde. So standen sie am 7. November 2026 auf der Seite des Kantons:
| Stelle | Ab 25 Jahren | Unter 25 |
|---|---|---|
| Bund | CHF 100, Ehepaar 150 | CHF 100, unter 18: 50 |
| Stadt Basel | CHF 800, Ehepaar oder mit Kind 950 | Gebührenfrei |
| Riehen | CHF 1700 | Gebührenfrei |
| Bettingen | CHF 1400 | Gebührenfrei |
Ebenfalls befreit von der Gemeindegebühr sind Personen mit Ergänzungsleistungen oder Prämienverbilligung und Personen mit Sozialhilfe, wenn ihre persönlichen Verhältnisse anerkannt sind. Für Bettingen nennt das Gebührenreglement in der Gesetzessammlung noch einen tieferen Betrag als der Kanton: Fragen Sie dort nach. Sprachzertifikat, Registerauszüge und Kurse bezahlen Sie extra.
Wo Bürgertest hilft
Weil Basel-Stadt Ihre Kenntnisse im Gespräch prüft, gibt es keine offizielle Fragenliste zum Lernen. Unsere iPhone- und iPad-App Bürgertest (im App Store Bürgertest – Einbürgerungstest) hat eigene Fragen: 256 zur Schweiz und 30 zu Basel-Stadt, jede mit Quelle und Erklärung. Zwei Beispiele aus der App, keine Prüfungsfragen:
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wer besorgt in Basel-Stadt die Geschäfte der Einwohnergemeinde der Stadt Basel? | Der Kanton (KV § 57) |
| Wie viele Mitglieder zählt der Grosse Rat von Basel-Stadt? | 100 (KV § 80) |
Wichtiger für Basel ist das Gespräch. Die App hat acht Gesprächsfragen eigens für Basel-Stadt, etwa «In Basel-Stadt führen zwei verschiedene Stellen ein Gespräch mit Ihnen. Welche sind das?». Für Deutsch gibt es Übungen im Stil des fide-Tests, inoffiziell und nicht der Test selbst, mit synthetischen Stimmen (Text-to-Speech). Was die Kommission Sie fragt, weiss auch die App nicht. KK Studio hat keine Verbindung zu Kanton oder Bürgergemeinden.
Ohne Kauf nutzen Sie die Anleitung zum Gesuch, die Angaben zu allen 26 Kantonen, alle Gesprächsfragen mit Tipps zu den ersten drei, drei Lektionen, einen Probetest und täglich 20 Übungsfragen. Alles Weitere gibt es im Abo oder per Einmalzahlung. Dass Sie bestehen, kann niemand versprechen, auch diese App nicht. Das Verbindliche klären Sie mit Ihrer Bürgergemeinde und dem Kanton.