Bürgertest
Einbürgerung Kanton Luzern: Voraussetzungen, Test und Ablauf
Für die Einbürgerung im Kanton Luzern brauchen Sie die C-Bewilligung und zehn Jahre Aufenthalt in der Schweiz. In Ihrer Gemeinde müssen Sie in den letzten fünf Jahren insgesamt drei Jahre gewohnt haben, direkt vor der Einbürgerung mindestens ein Jahr ohne Unterbruch. Dazu kommen Deutsch auf Niveau B1 mündlich und A2 schriftlich sowie Grundkenntnisse über Bund, Kanton und Gemeinde. Einen einheitlichen kantonalen Test gibt es nicht: Wie Ihre Kenntnisse geprüft werden, bestimmt Ihre Gemeinde. Dort reichen Sie auch das Gesuch ein.
Dieser Beitrag folgt dem Kantonalen Bürgerrechtsgesetz (Stand 1. Januar 2018), der Verordnung dazu und den Seiten der Abteilung Gemeinden. Alle Links haben wir am 7. November 2026 selbst geöffnet. Regeln ändern sich, und vieles legt in Luzern die Gemeinde fest. Verbindlich sind immer die Auskünfte Ihrer Gemeinde und des Kantons.
Einbürgerung Kanton Luzern: die Voraussetzungen
Die Grundlage kommt vom Bund: C-Bewilligung und zehn Jahre Aufenthalt, davon drei in den fünf Jahren vor dem Gesuch. Jahre mit B- oder C-Bewilligung zählen ganz, solche mit F-Bewilligung halb. Die Zeit zwischen dem 8. und dem 18. Geburtstag zählt doppelt, tatsächlich hier gelebt haben müssen Sie aber mindestens sechs Jahre. Luzern setzt darauf diese Punkte:
| Punkt | Regel in Luzern |
|---|---|
| Wohnsitz | 3 der letzten 5 Jahre in der Gemeinde, direkt vor der Einbürgerung mindestens 1 Jahr ohne Unterbruch |
| Ruf | Ein guter Ruf in der Gemeinde |
| Deutsch | Mündlich B1, schriftlich A2 |
| Grundkenntnisse | Geografie, Geschichte, Politik und Gesellschaft in Bund, Kanton und Gemeinde |
| Sozialhilfe | Keine in den 3 Jahren vor dem Gesuch und keine während des Verfahrens, ausser sie ist ganz zurückbezahlt |
| Strafregister | Solange ein Eintrag für die Behörden einsehbar ist, keine Einbürgerung. Ausnahmen bei bedingten Strafen und Übertretungen sind möglich |
Das Gesetz verlangt ausserdem, dass Sie die Werte der Bundesverfassung respektieren, am sozialen und kulturellen Leben am Ort teilnehmen und Kontakte zu Schweizerinnen und Schweizern pflegen. Erreichen Sie die Sprache oder die Kenntnisse wegen einer Behinderung, einer Krankheit oder anderer gewichtiger Umstände nur schwer, muss das angemessen berücksichtigt werden.
Vorsicht beim Umzug. Ziehen Sie während des Verfahrens weg, bleibt Ihre Gemeinde nur zuständig, wenn sie ihre Prüfung für die Zusicherung schon abgeschlossen hat. Planen Sie einen Umzug, klären Sie ihn deshalb vorher mit Ihrer Gemeinde.
Deutsch: B1 mündlich, A2 schriftlich
Luzern verlangt die Mindestniveaus des Bundes, ausdrücklich in Deutsch. Einen Nachweis brauchen Sie nicht, wenn Deutsch Ihre Muttersprache ist, wenn Sie mindestens fünf Jahre die obligatorische Schule auf Deutsch besucht haben oder wenn Sie eine Ausbildung auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe auf Deutsch abgeschlossen haben. Alle anderen legen ein Sprachzertifikat vor, das auf einem anerkannten Sprachtest beruht. Ob Ihr Zertifikat genügt, fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Gemeinde nach.
Gibt es in Luzern einen Einbürgerungstest?
Nicht vom Kanton. Das Gesetz verlangt Grundkenntnisse, schreibt aber keinen Test vor. Schon in der Vernehmlassung zum heutigen Gesetz hielt der Kanton fest, er verzichte auf einen kantonalen Test und überlasse es weiterhin den Gemeinden, wie sie die Kenntnisse prüfen. Der Bund erlaubt beides: Eine Behörde kann einen Test verlangen, muss dann aber dafür sorgen, dass Sie sich mit Hilfsmitteln oder Kursen vorbereiten können und dass der Test mit B1 und A2 zu bestehen ist.
Für Sie heisst das: Es gibt in Luzern keine kantonale Fragenzahl, keine Bestehensgrenze und keine kantonale Testgebühr. Was gefragt wird, ob schriftlich oder im Gespräch, und ob ein Kurs dazugehört, erfahren Sie bei Ihrer Gemeinde. Fragen Sie danach, bevor Sie das Gesuch einreichen.
Ein Beispiel: die Stadt Luzern. Dort sichert eine Einbürgerungskommission mit sieben Mitgliedern das Bürgerrecht zu. Laut ihren Tätigkeitsberichten führt sie Einbürgerungsgespräche. Kinder unter 12 lädt sie seit Mai 2022 nicht mehr dazu ein. Im Jahr 2024 hat sie drei Gesuche zurückgestellt, alle wegen mangelnder staatsbürgerlicher Kenntnisse. Die Stadt organisiert auch Einbürgerungskurse, vier Abende oder Vormittage mit zehn Lektionen. Andere Gemeinden machen es anders.
Und die 100 Fragen? Der Kanton veröffentlicht eine Liste «Kenntnisse der Schweiz» mit 100 Fragen und Antworten (Stand April 2021). Sie steht auf der Seite zur erleichterten Einbürgerung und ist dort für das Gespräch der Polizei gedacht, etwa bei Ehepartnern von Schweizerinnen und Schweizern. Die Seite zur ordentlichen Einbürgerung nennt sie nicht. Lesen schadet nicht, aber verlassen Sie sich nicht darauf, dass Ihre Gemeinde genau diese Fragen stellt. Wie andere Kantone das handhaben, steht unter Einbürgerungstest Schweiz: Fragen und Antworten.
Einbürgerung Kanton Luzern: Dokumente für das Gesuch
Das Gesuchsformular erhalten Sie bei der Gemeindekanzlei Ihres Wohnorts. Beginnen Sie früh mit dem Zivilstandsamt: Als Ausländerin oder Ausländer müssen Sie sich vor dem Gesuch im Schweizerischen Personenstandsregister aufnehmen lassen. Die Verordnung nennt diese Beilagen:
| Beilage | Hinweis |
|---|---|
| Auszüge aus dem Personenstandsregister | Für eine Familie genügt ein Familienausweis |
| Auszug aus dem Strafregister | Eidgenössisches Strafregister |
| Auszug aus dem Betreibungsregister | Von der Wohnsitzgemeinde |
| Ausweis über Wohnsitz oder Aufenthalt | Für die Wohnsitzfristen |
| Sprachnachweis | Wenn Sie nicht befreit sind |
Die Gemeinde kann diese Unterlagen auch selbst einholen, ausser den Auszügen aus dem Personenstandsregister, und stellt Ihnen die Kosten in Rechnung. Sie darf weitere Unterlagen verlangen. Wie alt die Auszüge höchstens sein dürfen, regelt der Kanton nicht im Gesetz. Fragen Sie Ihre Gemeinde, bevor Sie sie bestellen.
Der Ablauf, Schritt für Schritt
| Schritt | Wer |
|---|---|
| 1. Beratung, Formular, Personenstandsregister | Sie, Gemeinde, Zivilstandsamt |
| 2. Gesuch mit Beilagen | Gemeinde |
| 3. Einbürgerungsbericht, Abklärungen, Kenntnisse prüfen | Gemeinde |
| 4. Zusicherung Gemeindebürgerrecht | Je nach Gemeinde, siehe unten |
| 5. Erneute Prüfung, Antrag an den Bund | Abteilung Gemeinden |
| 6. Einbürgerungsbewilligung | Bund (SEM) |
| 7. Kantonsbürgerrecht, Schweizer Bürgerrecht | Justiz- und Sicherheitsdepartement |
Die Gemeinde lässt einen Einbürgerungsbericht nach den Weisungen des Justiz- und Sicherheitsdepartements erstellen und meldet Ihr Gesuch dem Kanton. Sie kann die Namen und Adressen der Gesuchstellenden veröffentlichen. Wem sie das Bürgerrecht zusichert, macht sie in jedem Fall bekannt. Kurz vor der Einbürgerung erhalten Sie das Formular «Beachten der Rechtsordnung». Mit dem rechtskräftigen Entscheid des Departements sind Sie Schweizerin oder Schweizer, den Pass bestellen Sie danach beim Passbüro des Kantons.
Wie lange. Kanton und Bund brauchen laut Kanton in der Regel vier bis sechs Monate. Wie lange es in der Gemeinde dauert, sagt Ihnen nur die Gemeinde. Die Stadt Luzern nennt für das ganze Verfahren ungefähr eineinhalb Jahre.
Wer entscheidet in Luzern?
Laut Gesetz sichert die Gemeindeversammlung das Gemeindebürgerrecht zu. Die Stimmberechtigten können diese Aufgabe aber ganz oder teilweise übertragen: dem Gemeinderat, dem Gemeindeparlament oder einer eigenen Kommission, wie in der Stadt Luzern. Welche Stelle bei Ihnen zuständig ist, steht in den Erlassen Ihrer Gemeinde. Eine Ablehnung muss begründet werden. Gegen den Entscheid der Gemeinde können Sie Verwaltungsbeschwerde beim Justiz- und Sicherheitsdepartement erheben.
Das Kantonsbürgerrecht erteilt das Justiz- und Sicherheitsdepartement, in seinem Auftrag die Abteilung Gemeinden, sobald die Bewilligung des Bundes vorliegt. Erst wenn alle drei Ebenen Ja gesagt haben, sind Sie eingebürgert.
Kinder. Minderjährige Kinder können in Ihr Gesuch einbezogen werden, wenn sie unter Ihrer elterlichen Sorge stehen und bei Ihnen wohnen. Ab 12 Jahren prüft die Gemeinde die Voraussetzungen bei ihnen eigenständig und altersgerecht. Wer älter als 16 ist, erklärt schriftlich, dass er oder sie eingebürgert werden will.
Gebühren im Kanton Luzern
Die Gebühren von Bund und Kanton stehen im Merkblatt des Kantons, gültig ab 1. Januar 2017 und am 7. November 2026 noch verlinkt. Die Beträge des Bundes stehen gleich in der Bürgerrechtsverordnung.
| Gesuch | Bund | Kanton |
|---|---|---|
| Volljährige Person | CHF 100 | CHF 350 |
| Ehepaar, gemeinsam | CHF 150 | CHF 450 |
| Minderjährig, eigenes Gesuch | CHF 50 | CHF 200 |
Für einbezogene Kinder verlangt der Bund nichts. Laut Kanton werden die Kosten von Kanton und Bund je nach Einzelfall festgelegt. Dazu kommt die Gebühr der Gemeinde, die jede Gemeinde selbst festlegt. Die Stadt Luzern verlangt pauschal CHF 500 pro Gesuch, auch für ein Ehepaar, und nichts, wenn Sie beim Gesuch jünger als 25 sind. Sprachzertifikat, Registerauszüge und ein allfälliger Kurs können extra kosten. Weist der Bund ein Gesuch ab, kostet das CHF 300.
Wo Bürgertest hilft
Weil Luzern keinen kantonalen Test und keinen offiziellen Fragenkatalog für die ordentliche Einbürgerung hat, ist die wichtigste Quelle Ihre Gemeinde. Unsere iPhone- und iPad-App Bürgertest (im App Store Bürgertest – Einbürgerungstest) sagt das auch so: Bei Luzern steht, dass der Kanton keinen einheitlichen Test vorschreibt und dass die 100 Fragen zur erleichterten Einbürgerung gehören. Zum Üben enthält sie eigene Fragen, 256 zur Schweiz und 30 zum Kanton Luzern, jede mit Quelle und Erklärung. Zwei Beispiele aus der App, keine Prüfungsfragen:
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wie viele Mitglieder zählt der Luzerner Kantonsrat? | 120 (KV § 36) |
| Aus wie vielen Mitgliedern besteht die Luzerner Kantonsregierung? | Aus fünf (KV § 51) |
Da vieles in Luzern im Gespräch geklärt wird, sind die Gesprächsfragen der App hier besonders nützlich, etwa «Wer führt Ihre Gemeinde, und wie heisst diese Behörde?». Die Antwort schlagen Sie selbst nach. Für Deutsch gibt es Übungen im Stil des fide-Tests, inoffiziell und nicht der Test selbst, mit synthetischen Stimmen (Text-to-Speech). Was Ihre Gemeinde fragt, weiss auch die App nicht. Eine Verbindung zu Behörden hat KK Studio nicht.
Ohne Kauf nutzen Sie die Kantonsangaben, jede Gesprächsfrage, drei Lektionen, einen Probetest und täglich 20 Übungsfragen. Alles Weitere gibt es im Abo oder per Einmalzahlung. Dass Sie bestehen, kann niemand versprechen, auch diese App nicht. Das Verbindliche klären Sie mit Ihrer Gemeinde und dem Kanton.