Bürgertest
Einbürgerung Kanton Zürich: Voraussetzungen, Test und Ablauf
Für die Einbürgerung im Kanton Zürich brauchen Sie die C-Bewilligung, zehn Jahre Aufenthalt in der Schweiz und zwei Jahre in derselben Gemeinde. Dazu kommen Deutsch auf Niveau B1 mündlich und A2 schriftlich sowie der Grundkenntnistest, sofern Sie nicht befreit sind. Das Gesuch geht nicht an die Gemeinde, sondern an das kantonale Gemeindeamt, in der Regel online. Vorher brauchen Sie einen Auszug aus dem Zivilstandsregister. Laut Kanton dauert das Verfahren ungefähr zwei Jahre.
Dieser Beitrag folgt den Seiten des Kantons und seinem Handbuch Einbürgerungen (Stand 24. September 2026). Alle Links haben wir am 30. Oktober 2026 selbst geöffnet. Regeln ändern sich, und einiges legt jede Gemeinde selbst fest. Verbindlich sind immer die Auskünfte Ihrer Gemeinde und des Kantons.
Einbürgerung Kanton Zürich: die Voraussetzungen
Die Grundlage kommt vom Bund: C-Bewilligung und zehn Jahre Aufenthalt, davon drei in den fünf Jahren vor dem Gesuch. Jahre mit B- oder C-Bewilligung zählen ganz, solche mit F-Bewilligung halb, solche mit N oder L gar nicht. Die Zeit zwischen dem 8. und dem 18. Geburtstag zählt doppelt. Ob Sie die Bedingungen erfüllen, prüft unverbindlich der Self-Check des Kantons. Zürich setzt darauf diese Punkte:
| Punkt | Regel in Zürich |
|---|---|
| Wohnsitz | 2 Jahre in derselben Gemeinde, direkt vor dem Gesuch. Unter 25 genügen 2 Jahre im Kanton |
| Deutsch | Mündlich B1, schriftlich A2. Schweizerdeutsch ist keine Voraussetzung |
| Grundkenntnisse | Schweiz, Kanton Zürich und Zürcher Gemeindewesen |
| Betreibungen | Keine unbezahlten Einträge in den letzten 5 Jahren |
| Sozialhilfe | Keine in den letzten 3 Jahren und keine aktuell. Ausnahmen, etwa wenn sie ganz zurückbezahlt ist |
Vorsicht bei den zwei Jahren. Die Doppelzählung der Jugendjahre gilt hier nicht: Die zwei Jahre müssen Sie tatsächlich direkt vor dem Gesuch in der Gemeinde wohnen. Ziehen Sie während des Verfahrens um, bevor Ihre Gemeinde ihre Abklärungen abgeschlossen hat, wird die Einbürgerung nicht weitergeführt. Ein neues Gesuch ist möglich, wenn Sie zwei Jahre in der neuen Gemeinde gelebt haben. Wer beim Gesuch unter 25 war, darf innerhalb des Kantons umziehen.
Deutsch und Grundkenntnistest: was Zürich prüft
Deutsch. Der kantonale Deutschtest KDE ist nur einer von mehreren Wegen. Die Checkliste nennt auch weitere anerkannte Sprachzertifikate. Keinen Test brauchen Sie, wenn Deutsch Ihre Muttersprache ist, wenn Sie fünf Jahre die obligatorische Schule auf Deutsch besucht haben oder eine Ausbildung auf Sekundarstufe II oder Tertiärstufe auf Deutsch abgeschlossen haben. Für den KDE gibt es einen Modelltest mit Lösungen.
Grundkenntnistest. Die Seite des Kantons nennt keine Eckdaten. Sie stehen im Handbuch, das sich an die Gemeinden richtet: Der kantonale Test zieht aus dem Katalog von 350 Fragen jedes Mal zufällig 50: 35 zum Bund, 10 zum Kanton, 5 zu den Gemeinden. Bestanden ist er mit 60 Prozent, also 30 richtigen Antworten. Sie lösen ihn vor Ort am Computer oder Tablet. Die Gemeinden können diesen Test verwenden, müssen es aber nicht. Fragen Sie also nach, welcher bei Ihnen gilt.
Befreit sind Kinder unter 12, wer zurzeit in der Schweiz die obligatorische Schule oder die Sekundarstufe II besucht, wer fünf Jahre die obligatorische Schule in der Schweiz besucht hat (davon drei auf Sekundarstufe I) und wer in der Schweiz einen Abschluss auf Sekundarstufe II hat.
Wann? Das entscheidet die Gemeinde: vor oder nach dem Gesuch. In der Stadt Zürich kommt der Test nach dem Gesuch und ist kostenlos. Sonst unterscheidet sich die Gebühr je nach Gemeinde und Testanbieter. Auch wo der Test vor dem Gesuch vorgesehen ist, können Sie laut Handbuch ein Gesuch einreichen, wenn Sie ihn noch nicht bestanden haben. Wiederholen dürfen Sie ihn grundsätzlich beliebig oft, eine Sperrfrist ist nicht zulässig. Fällt jemand im laufenden Verfahren wiederholt durch, kann die Gemeinde die Einbürgerung aber vorläufig abweisen.
Üben können Sie mit dem Übungstest, der Broschüre (76 Seiten) und der Liste aller Fragen auf der Seite des Kantons. Wie die anderen Kantone das handhaben, steht unter Einbürgerungstest Schweiz: Fragen und Antworten.
Einbürgerung Kanton Zürich: Dokumente für das Gesuch
Beginnen Sie mit dem Zivilstandsregister. Ohne Auszug prüft der Kanton nichts, und wer noch nicht eingetragen ist, muss sich zuerst registrieren lassen. Das kann mehrere Monate dauern.
| Dokument | Worauf achten |
|---|---|
| Auszug Zivilstandsregister | Höchstens 6 Monate alt |
| Nachweis der Tätigkeit | Ab 12 Jahren, zum Beispiel die Arbeitgeberbestätigung. Höchstens 3 Monate alt, wie alle übrigen Dokumente |
| Deutschnachweis | Je nach Gemeinde schon beim Gesuch nötig |
| Nachweis Grundkenntnisse | Je nach Gemeinde schon beim Gesuch nötig |
| Nur bei Bedarf | Zustimmung oder Nachweis des Sorgerechts bei Kindern, Nachweise bei eingetragener Partnerschaft |
Betreibungsauszug und Sozialhilfebestätigung müssen Sie nicht selbst beschaffen: Laut Handbuch holen Gemeindeamt oder Gemeinde sie grundsätzlich direkt beim zuständigen Amt ein.
Alle Formulare liegen beim Kanton: die Checkliste, das Online-Gesuch mit dem Login über AGOV und die Anleitung für den Postweg mit Gesuchsformular, Selbstdeklarationen und Arbeitgeberbestätigung. Der Postweg ist laut Handbuch nur für Ausnahmen gedacht.
Der Ablauf, Schritt für Schritt
| Schritt | Wer |
|---|---|
| 1. Self-Check, Beratung, Dokumente | Sie, Gemeinde |
| 2. Gesuch einreichen, Vorprüfung | Gemeindeamt |
| 3. Prüfung, Erhalt des Gemeindebürgerrechts | Wohngemeinde |
| 4. Erneute Prüfung, Erhalt des Kantonsbürgerrechts | Gemeindeamt |
| 5. Einbürgerungsbewilligung | Bund (SEM) |
| 6. Letzte Prüfung, Schweizer Bürgerrecht | Gemeindeamt |
Nach jedem abgeschlossenen Schritt informiert Sie der Kanton. Melden Sie ihm umgehend, wenn Sie umziehen oder sich Ihr Zivilstand ändert.
Gespräch und Entscheid: wer entscheidet in Zürich?
Ein Einbürgerungsgespräch ist in Zürich nicht zwingend. Es liegt im Ermessen der Gemeinde. Laut Handbuch ist es vor allem sinnvoll, wenn Ihre Teilnahme am sozialen Leben, Ihre Kontakte zu Schweizerinnen und Schweizern, die Werte der Verfassung oder die Integration Ihrer Familie näher zu prüfen sind. Findet es statt, dürfen Sie wählen, ob Standardsprache oder Dialekt gesprochen wird, und Sie dürfen eine volljährige Bezugsperson mitnehmen.
Wer das Gemeindebürgerrecht erteilt, steht in der Gemeindeordnung: meist der Gemeinde- oder Stadtrat, in einigen Gemeinden eine Bürgerrechtskommission, das Parlament oder die Gemeindeversammlung. Urnenabstimmungen sind verboten. Gegen den Entscheid der Gemeinde können Sie innert 30 Tagen beim Bezirksrat Rekurs einlegen. Den endgültigen Entscheid über das Schweizer Bürgerrecht trifft der Kanton.
Gebühren im Kanton Zürich
Die amtlichen Gebühren, gelesen beim Kanton am 30. Oktober 2026. Massgebend ist Ihr Alter beim Gesuch.
| Alter | Kanton | Bund |
|---|---|---|
| Über 25 | CHF 500 | CHF 100, Ehepaar 150 |
| Unter 25 | CHF 250 | CHF 100, unter 18: 50 |
| Unter 20 | Kostenlos | CHF 100, unter 18: 50 |
Dazu kommt die Gebühr der Gemeinde, die jede Gemeinde selbst festlegt. Unter 25 zahlen Sie dort die Hälfte, unter 20 nichts. Einbezogene Kinder sind kostenlos. Tests, Zertifikate und die Registrierung im Zivilstandsregister kosten extra. Bei einer Abweisung verlangt der Kanton CHF 200 und der Bund CHF 300, dazu die Gemeindegebühr.
Wo Bürgertest hilft
Für den Grundkenntnistest bleibt die Liste des Kantons das wichtigste Material. Sie ist gratis und vollständig. Unsere iPhone- und iPad-App Bürgertest (im App Store Bürgertest – Einbürgerungstest) enthält nicht diese 350 Fragen, sondern eigene: 256 zur Schweiz und 45 zum Kanton Zürich, jede mit Quelle und Erklärung. Zwei Beispiele aus der App, keine Prüfungsfragen:
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Wer darf im Kanton Zürich eine Einzelinitiative einreichen? | Eine einzelne stimmberechtigte Person (KV Art. 24) |
| Welche zwei Städte können im Kanton Zürich je für sich allein ein Referendum verlangen? | Zürich und Winterthur (KV Art. 33) |
Die App hilft als zweite Übung, und sie bereitet auf das Gespräch vor, falls Ihre Gemeinde eines führt. Für Deutsch bietet sie Übungen im Stil des fide-Tests, inoffiziell und nicht der Test selbst, mit synthetischen Stimmen (Text-to-Speech). Was Ihre Gemeinde fragt, weiss auch sie nicht. Eine Verbindung zu Behörden hat KK Studio nicht.
Ohne Kauf nutzen Sie die Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Kantonsangaben, jede Gesprächsfrage, drei Lektionen, einen Probetest und täglich 20 Übungsfragen. Alles Weitere gibt es im Abo oder per Einmalzahlung. Dass Sie bestehen, kann niemand versprechen, auch diese App nicht. Das Verbindliche klären Sie mit Gemeinde und Kanton.